Elisabeth-von-Rantzau-Schule
  • Haus der kleinen Forscher

    Weitere Informationen hier bei uns: Logo Kleine Forscher
    Lokales Netzwerk der Bildungsstiftung
  • EU-Programm

  • Bevorstehende Veranstaltungen

    1. Schulgottesdienst

      August 9 @ 09:00 - 10:00
  • 4. April 2016

    Seit 50 Jahren Lehrer

    Die Elisabeth-von-Rantzau-Schule gratuliert ihrer Lehrkraft Hans-Jürgen Hahn zum 80. Geburtstag

    Hans-Jürgen Hahn

    Hans-Jürgen Hahn (Foto: Daniel Prüfer)

    Seit 1966 macht sich Hans-Jürgen Hahn auf den Weg in Hildesheimer Klassenräume. 50 Jahre lang bereitet Hahn seinen Unterricht vor, korrigiert Klausuren und beeindruckt seine Schüler vor allem mit seinen Kenntnissen auf unterschiedlichen Wissensgebieten. An 8 Schulen hat der 1936 in Altenburg geborene Hahn unterrichtet. Eng verbunden ist er aber vor allem mit der Robert Bosch Gesamtschule, zu deren Gründungsteam er gehörte und die er bis zu seiner Pensionierung 26 Jahre mit prägte und der Elisabeth-von-Rantzau-Schule, an der er seit 7 Jahren unterrichtet. Vorherbestimmt war dieser Werdegang allerdings nicht.

    Vom Pastor zum Lehrer

    1950 verstarb Hahns Vater, ein bekannter Fachtierarzt, mit gerade einmal 50 Jahren an einer Infektion. Der 14-Jährige suchte Halt im Glauben, schloss sich der Evangelischen Jungenschaft Niedersachsen an und entschied sich nach seinem Abitur an der hannoverschen Tellkampfschule für ein Studium der Theologie. Zwischen 1956 und 1963 besuchte er die Universitäten in Bielefeld, Heidelberg, Berlin und Göttingen und kam 1964 an das Predigerseminar in Hildesheim, um Pastor einer Gemeinde zu werden. Hahn entschied sich, auch aus privaten Gründen, für ein Leben in Hildesheim, obwohl er diese Stadt nach Beendigung der Ausbildung 1966 hätte verlassen müssen. Der Lehrermangel in der Nachkriegszeit und die Bitte des Schulleiters und späteren Oberbürgermeisters Dr. Martin Boyken am Gymnasium Andreanum zu unterrichten, bewogen ihn zu der Entscheidung, Lehrer zu werden. Zwischen 1967-1970 studierte Hahn Sozialwissenschaften und Politologie auf Lehramt an der Leibniz Universität Hannover und erlangte zudem am Sportinstitut Hannover seine Facultas für das Fach Sport. Während seiner Lehrtätigkeit am Gymnasium Himmelsthür schloss sich Hahn, mittlerweile Oberstudienrat, 1971 einer Arbeitsgruppe an, die das Ziel verfolgte, die erste Gesamtschule in Hildesheim zu gründen. Von 1972 bis 1998 unterrichtete Hahn an der Robert Bosch Gesamtschule, war dort Fachbereichsleiter für Gesellschaftslehre und konnte zudem das niedersächsische Curriculum für das Fach Sozialkunde entscheidend mitprägen.

    Engagement für die Erinnerung an das jüdische Leben in Hildesheim

    Gemeinsam mit Jos Schnurer initiierte er 1981 an der RBG den ersten Schüleraustausch nach Israel. Die eigene Beschäftigung mit dem Judentum war Teil seines Theologiestudiums, innerlich berührt hatte ihn diese Auseinandersetzung bis zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht. 1981 gründete er, um den Austauschschülern aus Haifa jüdisches Leben in Hildesheim zu zeigen, eine bis heute bestehende Arbeitsgemeinschaft, die sich der Pflege des jüdischen Teils des Nordstadtfriedhofs zur Aufgabe macht. Der Erhalt der Kapelle und der Gräber, aber vor allem die persönlichen Begegnungen und weltweiten Reaktionen auf dieses Engagement haben Hans-Jürgen Hahn dazu veranlasst, sich nicht nur für das Judentum zu interessieren, sondern die Spuren des jüdischen Lebens in der Stadt Hildesheim wieder sichtbar zu machen

    und gleichzeitig auch an die Verbrechen zu erinnern, die an der jüdischen Bevölkerung begangen wurden. Gemeinsam mit der Holocaustüberlebenden Lilly Meyer veröffentlichte er 1995 bei einem Berliner Verlag das sogenannte „Auschwitzalbum“, ein Fotoalbum, das Meyer nach ihrer Befreiung im Konzentrationslager Dora in den verlassenen Baracken entdeckte und dessen Fotos die Ankunft eines Transports von Juden aus Ungarn im Jahr 1944 zeigt.

    Lehrkraft an der Elisabeth-von-Rantzau-Schule

    Nach seiner Pensionierung an der Robert Bosch Gesamtschule unterrichtete er weiterhin an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, war Teil eines sogenannten Feuerwehrtopfs des Landes Niedersachsen und half somit überall dort aus, wo Lehrer fehlten.

    2009 holte Prof. Alois-Ernst Ehbrecht den erfahrenen Pädagogen an die Elisabeth-von-Rantzau Schule. Und auch hier hat Hahn neben seiner Lehrtätigkeit Spuren hinterlassen. Die zu Fronleichnam stattfindende alljährliche Sternwanderung wird von ihm mitorganisiert und das kulturelle Begleitprogramm mit einer von ihm durchgeführten Andacht eröffnet. Hahn fühlt sich an seinem neuen Bestimmungsort wohl und schätzt vor allem die unterschiedlichen Professionen des Kollegiums.

    Die Schulleitung, die Mitarbeiterinnen und Lehrerinnen sowie Lehrer der Elisabeth-von-Rantzau-Schule gratulieren Hans-Jürgen Hahn ganz herzlich zum 80sten Geburtstag und wünschen ihm alles Gute!

    In: Pressemitteilungen