Elisabeth-von-Rantzau-Schule
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  • 8. Januar 2011

    Auch ohne Lohn macht Schuften Spaß

    Elisabeth-von-Rantzau-Schüler arbeiten einen Tag lang in Betrieben und spenden

    Tassen tragen für den guten Zweck: Denise Schulz kellnert einen halben Tag lang im "Deseo".

    Hildesheim (jaz). Zwar ist Denise Schulz nur einmalig sechs Stunden im Kellnereinsatz, aber die 19-Jährige steht unter Strom. Sie konzentriert sich auf ihre Arbeit, hört geduldig zu, an welchen Stellen im Café „Deseo“ sie helfen kann. Denise ordnet Bestecke, wischt Tische, nimmt Bestellungen auf – und all das, ohne einen Cent Lohn für sich selbst zu erhalten. Doch die Schülerin weiß, dass sie für einen guten Zweck arbeitet. Denn das „Deseo“ hat zugesagt, 20 Euro für das soziale Schulprojekt „Etui“ zu spenden.
    Insgesamt sind gestern rund 300 Elisabeth-von-Rantzau-Schüler in die ganze Stadt ausgeschwärmt, um in verschiedenen Einrichtungen und Betrieben mitzuarbeiten – zum Beispiel im Reitstall, Kosmetik-Studio oder im Hotel. Die Schule nutzt die Weihnachtszeit jedes Jahr, um auf diese Weise Geld zu sammeln. Damit unterstützt sie Hausaufgabenhilfen in acht Hildesheimer Einrichtungen, gemeinsam mit dem Orts- und Diözesan-Caritasverband. „Wir bekommen meist um die 5000 Euro zusammen“, sagt Lehrerin Carolin Schnelle, die die Weihnachtsaktion organisiert. Auch in diesem Jahr dürfte es wieder ähnlich viel sein. Denn die meisten Betriebe spenden zehn bis 20 Euro.
    Das „Deseo“ sei sofort an ihrer Mithilfe interessiert gewesen, erzählt Zwölftklässlerin Denise Schulz. „Ich trinke hier oft Kaffee und habe einfach mal gefragt, ob ich einen Tag lang helfen dürfte.“ Zwar sei die Arbeit noch etwas ungewohnt. Aber Spaß mache das Kellnern allemal. „Nebenberuflich ist das schon was, hauptberuflich könnte ich es mir aber nicht vorstellen“, sagt Denise.
    Ihre Mitschülerin Kirsten Gründel nutzt derweil die Gelegenheit, ihrer Großmutter Reinhild Kurth im eigenen Kiosk auszuhelfen. Seitdem die

    Unter den wachen Augen der Oma: Reinhild Kurth zeigt ihrer Enkelin Kirsten Gründel, wie die Arbeit im Kiosk funktioniert

    Kardinal-Bertram-Straße für den Verkehr freigegeben ist, gehe der Verkauf wieder bergauf, erzählt Kurth. Da komme die Hilfe der Enkelin gerade recht. „Ich schaue hier öfter rein, wenn ich in der Stadt unterwegs bin“, sagt Kirsten. „Verkaufen macht schon Spaß, aber ich kann mir nicht vorstellen, den Kiosk mal zu übernehmen.“
    Dabei zeigt sich bereits, dass in Anfängerin Kirsten eine knallharte Verkäuferin steckt. Als eine Frau nach Zigaretten fragt, aber keinen Ausweis dabei hat, bleibt Kirsten stur. „Das hat sie Pech, ich halte mich an die Regeln.“ Oma Reinhild Kurth macht so ein Verhalten stolz. „Kirsten ist konsequent, das finde ich toll.“ Zehn Euro spendet die Großmutter daher auch für das Etui-Projekt. „Hier kommen oft mal welche rein, die Spenden sammeln, gerade Schüler. Da gebe ich immer etwas.“
    Lehrerin Carolin Schnelle ist froh, dass ihre Schützlinge gut in den Betrieben untergekommen sind. Alle Schüler suchen sich im Vorfeld des Aktionstages selbst eine Arbeitsstelle. „Es ist immer wieder eine Herausforderung, die Schüler für ehrenamtliches Engagement zu motivieren“, sagt Schnelle. „Aber sobald sie verstehen, was dahinter steckt, machen alle gern mit.“
    (Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung, erschienen am 17.12.2010., Fotos: Hintz)

    In: Pressespiegel