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  • 25. August 2013

    Unterricht am Wildschwein-Schädel

    Schüler als Multiplikatoren: Wildgatter und Elisabeth-von-Rantzau-Schule schließen Partnerschaft

    "Hier hinten sitzt das Gehirn, dahinter kommt das Rückenmark aus dem Schädel": Waldpädagogin Simone flohr erklärt die Funktion eines Keiler-Kopfes.

    „Hier hinten sitzt das Gehirn, dahinter kommt das Rückenmark aus dem Schädel“: Waldpädagogin Simone flohr erklärt die Funktion eines Keiler-Kopfes.

    Ochtersum (cha). Das Geräusch klingt so, als galoppiere eine ganze Rotte Wildschweine über die Straße. Ein Klappern wie von Dutzenden Hufen, anschließendes Schmatzen im Maisfeld, wohliges Kuhlegraben – und am Ende ein Nickerchen mit Grunzen. Auf Außenstehende wirkt es vielleicht etwas befremdlich, was Waldpädagogin Simone Flohr und die jungen Frauen der Elisabeth-von-Rantzau-Schule gestern am Wildschwein-Gehege des Wildgatters getrieben haben. Doch die spielerische Unterrichts-Einheit – das Galoppieren entsteht zum Beispiel, wenn man mit den Handinnenflächen auf den Oberschenkeln trommelt – hat einen tieferen pädagogischen Sinn. Viele der angehenden Erzieherinnen werden irgendwann mit ihren späteren Schützlingen zum Wildgatter zurückkehren. „Und das Spiel macht den Kindern immer viel Spaß“, berichtet Waldpädagogin Flohr den kichernden Schülerinnen. Die Natur am Wildgatter ist seit gestern Unterrichtsfach der Elisabeth-von-Rantzau-Schule. Alle Schüler der Berufsbildenden Schule für Sozialwesen werden künftig im Klassenraum mehr über die heimische Natur erfahren, zu Unterrichtsstunden am Wildgatter ausrücken und sich an neuen Projekten beteiligen. Die 20 jungen Frauen des dritten Ausbildungsjahres der Elisabeth-von-Rantzau-Schule machten gestern den Auftakt – zumindest in der Praxis, denn die Theorie hatte bereits begonnen.

    Eine Vereinbarung über die Partnerschaft unterzeichneten die beiden Vorsitzenden des Fördervereins Wildgatter, Hans-Uwe-Bringmann und Waldemar Bülow, sowie Prof. Alois-Ernst Ehbrecht, Leiter der Elisabeth-von-Rantzau-Schule, gestern parallel zur ersten Außen-Unterrichtstunde.

    Beide Partner wünschen sich eine nahhaltige Kooperation über Jahre hinweg. Den Bürgern aus Hildesheim und Umgebung die heimische Natur

    Waldemar Bülow (von links), Prof. Alois-Ernst Ehbrecht und hans-Uwe Bringmann unterzeichnen die neue Partnerschaft

    Waldemar Bülow (von links), Prof. Alois-Ernst Ehbrecht und hans-Uwe Bringmann unterzeichnen die neue Partnerschaft

    wieder näher zu bringen – dieses Ansinnen ist bereits in der Satzung des Fördervereins verankert. Bringmann verspricht sich nicht zuletzt deshalb viel von der neuen Zusammenarbeit. „Wir hoffen, dass wir auf diese Weise vielleicht auch neue Scouts bekommen, die über unser Gelände führen“, sagt er. Die Aufgabe, Menschen das Areal am Steinberg zu zeigen, falle momentan vor allem Tierpfleger Werner Ziaja zu. Doch der müsse aus Zeitgründen viele angefragte Führungen absagen.

    Die Rantzau-Schule will sich noch an vielen weiteren Stellen einbringen. Im Unterricht sollen von diesem Herbst an Fühl-Kästen gebaut werden, die im kommenden Frühjahr vor den Gehegen aufgestellt werden sollen. Darin befinden sich dann Dinge wie Federn, Futter oder Haut der Tiere, um deren Eigenarten und Besonderheiten zu ertasten. Daneben wollen die angehenden Erzieher im Unterricht neue Schilder bauen, die anschließend in Höhe von Kinderaugen angebracht werden sollen.

    Rantzau-Schulleiter Ehbrecht lobt die Zusammenarbeit in den höchsten Tönen. „Wir verstehen uns da auch als Multiplikatoren“, sagt er. Rund 400 junge Frauen und Männer besuchen die Caritas-Schule – für alle steht der Wildgatter-Unterricht künftig auf dem Stundenplan. Sie alle sollen früher oder später als Botschafter für die heimische Natur auftreten – und bestenfalls in dieser Funktion zum Wildgatter zurückkehren.

    (Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung, erschienen am 20.06.2013, Foto: Harborth)

    In: Pressespiegel