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  • 29. Juni 2011

    Rosenduft und in der Gruft: Pharao!

    Hildesheimer Magdalenenfest ganz ägyptisch – mit Kleopatra, Nofretete und einem „Sensationsfund“

    Potzblitz, da taucht doch im Magdalenengarten ein Pharaonengrab auf! Der fünfjährige Patrick Schwetje lässt sich von Mumien aber nicht bange machen.


    Hildesheim (cwo). Nein, diese Aufgabe wollte Elisabeth-von-Rantzau-Schulleiter Alois-Ernst Ehbrecht dann doch nicht schultern: Ausgerechnet diejenige seiner Schülerinnen auszuwählen, die beim Magdalenenfest als bildschöne Cleopatra lustwandeln durfte. Also bummelte er mit Gartenarchitekt Dr. Hans-Joachim Tute durch die Klassenräume, überließ es dem Festorganisator, Nina Malinjoud zu erspähen und dem Pädagogen seine Entscheidung zu verkünden. Prompt schritt die angehende Erzieherin samt Hofstaat am Wochenende huldvoll lächelnd als ägyptische Königin durch den barocken Garten. Sie traf auf echte Ägypter, eine falsche Nofretete und Besucher, die sich von Rosenduft, Kunst, Mode, Pflanzen-  und Gartenprodukten an mehr als 60 Ständen beeindrucken ließen.

    Und alles bei trockenem Wetter. Manches mal blickte Mitorganisator und Hausherr Michael Sackmann, der Chef des Magdalenenhofs, kritischgen

    Die angehenden Erzieherinnen Angie Marahrens, Nina Malinjoud, Annika Rentschler und Aileen Pannwitz (von links) mimen Kleopatra nebst Dienerinnen.

    Himmel. Doch die Schleusen hielten trotz dicker Wolken dicht. Ob das auch am Beistand der göttlichen Königinnen vom Nil lag? Vermutlich. Die Damen hatte das Motto des Festes auf den Michaelishügel verschlagen, das wie immer einer der Hildesheimer Partnerstädte und ihrer Region gewidmet war. Nach Halle im vergangenen Jahr war diesmal El Minia dran – und wenn auch keine Besucher aus der Stadt durch den Garten schlenderten, so waren doch Landsleute zur Stelle: Die sechsköpfige Delegation aus Ägyptologen, Kuratoren und Inspektoren aus Kairo, die zum Abschluss ihres Hildesheim-Besuchs mit Oberbürgermeister Kurt Machens einen Abstecher in den Garten machten – und ausgerechnet in einem der Fledermaus-Bunker auf eine ziemliche Sensation stießen. Im Kerzenlicht ruhte da in seinem Sarkophag: ein „bisher unentdeckter“ Pharao. Das zumindest behauptete Schulleiter Ehbrecht euphorisch, wohl wissend, dass seine Schüler den Mumien-Mann als Teil ihres Ägypten-Lernangebots für Kinder mühevoll hergestellt hatten. Ganz höfliche Gäste, sahen die ägyptischen Experten amüsiert über den kleinen Schwindel hinweg.

    Wie gut die Themen Ägypten und – Nofretete wie auch Kleopatra geschuldet – Schönheit zum Magadalenengarten passten, das zeigten auch andere Aussteller. Das Team der Sonnenapotheke, zum Beispiel, das Rosenbowle ausschenkte und ein Balsam mit Rosenöl und Honig feilbot, mit dem selbst mürbe Mumien-Münder wieder geschmeidig werden dürften. Oder die Harsumer Modedesignerin Joana Gierga, die in ihrer Schau die Hildesheimerinnen Jessica Schubert und Friederike Dettmer als Nofretete und Kleopatra auf den roten Teppich schickte. Insgesamt sieben Models präsentierten Giergas neue Kollektion und Schmuck von Almut Bonacker. Ihr seien historische Einflüsse bei ihrem Braut- und Abendmoden höchst willkommen, sagte Gierga: „Ich liebe Kostümkunde, irgendetwas davon fließt immer ein.“

    In die Historie zurück sehnten sich auch Nina und Volker Lipecki, die als Imker elf Bienenstöcke im Magdalenengarten haben und nun die Produkte ihrer fleißigen Völker unter die Kundschaft brachten. „Ich wäre gerne im alten Ägypten Imker gewesen, da hatte man nämlich enorme Privilegien“, sagte Volker Lipecki schmunzelnd.

    Die gute Laune teilte er mit Michael Sackmann, der sich über den guten Besuch freute. Kein teures Gartenfest, sondern erschwingliche Preise auch für Familien, das ging offenbar auf. Zum einen, weil wieder Geld für neue Rosensorten in die Kassen geflossen ist. Und zum anderen, weil mehrere tausend Hildesheimer den Garten gesehen haben. „Vielleicht ist ja der eine oder andere dabei, der sich bei der Pflege mit einbringen will“, hoffte Sackmann. Nur den Hoby-Ägyptologen wollte er partout keine Hoffnungen auf weitere Sensationsfunde machen – schade eigentlich.

    (Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung, erschienen am 27.6.2011, Fotos: Kaiser)

    In: Pressespiegel