Elisabeth-von-Rantzau-Schule
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  • 4. Dezember 2019

    Mehr Chancengleichheit mit Schnitzel, Stahl und traumhaften Waffeln

    Schüler_innen der Elisabeth-von-Rantzau-Schule unterstützen Kinder und Jugendliche

    Leonie hilft ihrer Mutter im Wirtshaus Sauer in Bockenem.

    Nicht jeder in unserer Gesellschaft hat die gleichen Chancen. Die soziale Herkunft entscheidet immer noch über die möglichen Zugänge zur Bildung und somit auch über das zukünftig zu erwartende Einkommen. Seit nunmehr 11 Jahren arbeitet die Elisabeth-von-Rantzau-Schule in Kooperation mit dem Caritasverband für Stadt und Landkreis Hildesheim e.V. daran, diesen Kreislauf in Hildesheim zu durchbrechen. Angehende sozialpädagogische Assistent_innen unterstützen täglich an neun Standorten Kinder und Jugendliche bei Hausaufgaben und in der Freizeitgestaltung. Koordiniert wird “Etui”, so der Name des Projektes, von Nadine Schreter, Lehrkraft für das Fach Sozialpädagogik.

    Um das Projekt finanziell zu unterstützen, stellen einmal im Jahr alle 400 Schüler_innen der Elisabeth-von-Rantzau-Schule ihre Arbeitskraft zur Verfügung. Das Prinzip ist einfach. Die Jugendlichen suchen sich für einen Tag einen Job und erhalten als Gegenleistung eine Spende, die dem “Etui-Projekt” zur Verfügung gestellt wird.

    Leonie Leichsering steht in der Küche des Wirtshauses Sauer in Bockenem, die 16-Jährige schneidet Paprika in Würfel. Gemeinsam mit ihrer

    Schwester Noelle hat sie heute schon gelbe Säcke und Flaschen weggebracht und Frühstück serviert. Doch schon bald ist Mittag und die Tische sind gut belegt. Für die beiden Schwestern nichts Neues, denn neben der Schule arbeiten sie hin und wieder nebenbei in dem Wirtshaus. „Die vielen Stammgäste sind wie eine große Familie“, erklärt Leonie, die angehende Fachabiturientin. Gerne arbeitet sie an diesem Vormittag für das Hausaufgabenhilfeprojekt: „Kinder zu unterstützen, die nicht in wohlhabende Familien reingeboren worden sind, ist eine gute Sache!“

    Das findet auch Sina Grube, die in wenigen Monaten als examinierte Erzieherin arbeiten wird. Heute allerdings ist sie ganz woanders im

    Antonia und Sina helfen bei Stulle Stahlhandel

    Einsatz. Mit ihrer Schwester Antonia sitzt sie im Büro der Firma Stulle Stahlhandel. Inhaber Manfred Bruer hat 500 Tonnen Stahl vor seiner Haustür und freut sich über ganz viel Unterstützung: Ordner werden sortiert, Rechnungen verschickt und das ein oder andere auf dem Außengelände  in Ordnung gebracht wird. Sina liegt das Etui-Projekt sehr am Herzen: „Die Kinder haben mir ganz viel Selbstbewusstsein gegeben- es ist eine Freude zu sehen, dass man etwas bewirken kann.“ Dies unterstreicht auch Schulleiter Prof. Alois Ernst Ehbrecht: „Es ist wichtig, dass jeder in der Ausbildung lernt, mit seinen Fähigkeiten diejenigen zu unterstützen, die Hilfe benötigen. Jeder kann einen entscheidenden Beitrag leisten, Lernbiografien von Mädchen und Jungen positiv zu beeinflussen.“

    Dima Alloush beispielsweise ist Physikerin, studiert hat sie an der Universität von Aleppo und erlernt jetzt den Beruf der sozialpädagogischen Assistentin. Während sie am heutigen Spendentag traumhafte Waffeln zubereitet, erzählt sie davon, dass sie bei der Hausaufgabenhilfe Kinder vor allem im Fach Mathematik hilft, Hürden zu überwinden: „Es macht mich glücklich, dass die Kinder Fortschritte zeigen.“

    (Text und Fotos: Daniel Prüfer)

    In: Pressemitteilungen