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    Wie kommt Opa in die Urne?

    Schülerinnen und Schüler der Erzieherausbildung an der Elisabeth-von-Rantzau-Schule lernen im Religionsunterricht den Umgang mit Tod und Trauer

    Tod und Trauer ist auch ein Thema im Kindergarten – darauf bereiten sich künftige Erzieherinnen und Erzieher vor.

     

    Unscheinbar ist der kleine Koffer, mit dem Irmgard Abel, Religionslehrerin an der Elisabeth-von-Rantzau-Schule, den Klassenraum betritt. Ein Koffer ohne Verbandsmaterial, Pflaster oder Kompressen – und dennoch einer, der erste Hilfe leistet. In den nächsten Stunden spricht Abel weitestgehend über den Tod, kein ungewöhnliches Thema für den Religionsunterricht einer katholischen berufsbildenden Schule. Doch es geht um viel mehr.

    Die 29 Schüler_innen der Fachschule Sozialpädagogik werden an der Schule des Caritasverbandes der Diözese Hildesheim e.V. zu Erzieher_innen ausgebildet. Und sie werden mit dem Thema in den Krippen, Kindergärten oder der Kinder- und Jugendhilfe zwangsläufig konfrontiert. Sterben Angehörige, Freunde oder Nachbarn, suchen junge Menschen bei ihren Erzieher_innen Trost, Antworten und manchmal auch nur einen Gesprächspartner.

    Irmgard Abel findet vor allem eines wichtig: „Die Erzieher_innen müssen für sich eine Einstellung zum Tod finden. Denn die Art und Weise, wie sie mit dem Tod umgehen, wirkt sich auch auf die Kinder aus.“

    Aylin, die in zwei Jahren als Erzieherin selbst Verantwortung übernehmen wird, ist von den Unterrichtsinhalten überzeugt. „Wir haben gelernt, wie wichtig es ist, das Thema nicht zu verschweigen. Objekte und Symbole können dabei helfen, mit den Kindern ins Gespräch zu kommen.“ Der Trauerkoffer ist mit solchen Gegenständen reich gefüllt. Ob Kerze, Schreibmöglichkeiten, Stein, Feder, die Rose von Jerichow oder ein Kreuz. Je nach Kind, Situation und eigenem Verständnis kann der Koffer vielfältig eingesetzt werden.

    Neben dem Koffer sind es im frühpädagogischen Bereich vor allem Bilderbücher, die bei der Auseinandersetzung mit Tod und Sterben helfen. Abel‘s beeindruckende Sammlung ist über die Jahre gewachsen. Von „Wie kommt der große Opa in die kleine Urne?“ bis „Überall und irgendwo“, ein Buch über den Verlust der eigenen Mutter – die Themen und die ästhetischen Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig.

    Vanessa ist auch für die Atmosphäre im Unterricht dankbar: „Wir konnten uns in Kleingruppen mit den Büchern auseinandersetzen, es wurde besonders auf einen sensiblen Umgang mit dem Thema geachtet. Dabei entscheidend ist auch, dass jeder anders trauern darf.“

    Auch über die Grenzen der Trauerarbeit ist sich Rebekka bewusst.:  „Wir sollen die Kinder in ihrer Trauer nur begleiten. Bei besonders traumatischen Erfahrungen ist weitere professionelle Hilfe notwendig.“

    (Text und Fotos: Daniel Prüfer. Der Text wurde am 08.09.2019 in der Kirchenzeitung veröffentlicht.)

    In: Pressemitteilungen