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  • 29. Oktober 2010

    Seit 35 Jahren freiwillig in der Schule

    Nebenjob und Berufung: Werner Kühn (70) hört nicht auf, Erzieher zu unterrichten

    Hildesheim (prü/hei) Wie haben sich die Kindergärten verändert: 1975 gingen angehende Kindergärtner zwei Jahre zur Schule, in einem anschließenden Anerkennungsjahr beendeten sie ihre Ausbildung. Heute heißt der Beruf „Erzieher“ und auch die Unterrichtsinhalte haben sich erheblich gewandelt. Werner Kühn, Lehrer an der Elisabeth-von-Rantzau-Schule, hat all diese Entwicklungen nicht nur mitgemacht, sondern auch gestaltet. Mitverantwortlich für das Fach Berufsrolle und Konzeption, früher unter der Bezeichnung Jugendrecht, feiert er in diesem Jahr sein 35-jähriges Dienstjubiläum.

    Der 70-Jährige ist in seinem ersten Beruf ein Mann der Praxis. Von Haus aus Sozialpädagoge, arbeitete er mehr als 40 Jahre  in der öffentlichen Jugendhilfe verschiedener Landkreise, u.a. in Tecklenburg, Coesfeld und Duderstadt. Zuletzt war er unter anderem als Leiter der Jugendamtsaußenstelle in Alfeld und als Leiter des allgemeinen Sozialdienstes beim Landkreis Hildesheim tätig. „Meine Lehrtätigkeit verdanke ich einem Zufall, von der Elisabeth-von-Rantzau-Schule hatte ich noch nie gehört“, erzählt Kühn von den Anfängen. Ein Schüler hatte ihn der damaligen Schulleiterin Dr. Renate Winkelmann-Jahn empfohlen. Diese engagierte ihn prompt.

    Dafür musste Kühn vor allem einen Teil seiner freien Zeit opfern. Als Beamter des Landkreises Hildesheim konnte er nur am Freitagnachmittag und Sonnabend die beiden Erzieherklassen sowie eine Teilzeitklasse unterrichten. Beide Tätigkeitsfelder veränderten sich im Laufe der Zeit, vor allem durch das 1991 in Kraft getretene Sozialgesetzbuch VIII. „Die Arbeit in Kindergärten hat eine Aufwertung erfahren und gleichzeitig ist auch die Erwartungshaltung seitens der Eltern an die Erzieher gestiegen“, fasst Kühn diese Entwicklung zusammen. Die Ausbildung geht jetzt über vier Jahre,  die Elisabeth-von-Rantzau-Schule beherbergt mittlerweile vier unterschiedlichen Schulformen mit insgesamt sechzehn Klassen.

    „Die Erwartungen der Eltern an die Erzieher sind gesteigen.“

    Kühn ist der Erzieherausbildung treu geblieben. „Mir war es immer wichtig, den angehenden Erziehern deutlich zu machen, dass sich ihre Arbeit im Rahmen der Jugendhilfe bewegt und sie im Kindergarten Präventionsarbeit leisten. Den Job mache ich aus einer inneren Überzeugung“, erklärt er seine eigene Motivation. „Werner Kühn ist für unsere Schule ein Glücksfall“, betont Schulleiter Prof. Alois-Ernst Ehbrecht. „Er hat 35 Jahre als Honorardozent unterrichtet – wer geht schon so lange freiwillig zur Schule?“

    Seine Schüler wissen dies zu schätzen. „Herr Kühn hat viel Erfahrung, bringt eine Menge Beispiele aus der Praxis mit in den Unterricht und kann diese sehr detailliert erklären“, beschreibt die baldige Erzieherin Doerthe Hinz ihren Lehrer. Der unterrichtet auch in diesem Schuljahr weiter: Für acht Stunden wöchentlich hat er sich verpflichtet. (Daniel Prüfer)

    Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung, erschienen am 21. Oktober 2010

    In: Pressespiegel