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  • 28. Januar 2009

    Ein Etui gegen Pisa-Probleme

    Schülerinnen organisieren Hausaufgabenhilfe an Brennpunkten

    Hildesheim (ph). Kinder aus sozialen Brennpunkten haben oft Probleme in der Schule, wie man seit ,,Pisa“ weiß. Das Hildesheimer Projekt ,,Etui“ hält dagegen: Angehende Erzieherinnen bieten Hausaufgabenhilfe.

    Lehrerin Anastasia Feddeler mit den Schülern Josua, Moreno und Gideon: "In Mathe bin ich schon viel besser geworden."

    Lehrerin Anastasia Feddeler mit den Schülern Josua, Moreno und Gideon: "In Mathe bin ich schon viel besser geworden."

    Gideon ist hier, ,,weil ich echt Hilfe brauche. Mein Problemfach ist Deutsch. Mathe geht ganz gut allein.“ Gideon besucht die Hausaufgabenhilfe im Kinderhort an der Münchewiese. Die Sonne scheint in den hellen Raum, in der Ecke stehen Sofas mit Decken drauf, an der Wand hängen bunte Bilder, von der Turnhalle nebenan hört man Ballspiel-Geräusche.

    Vier Jungen sitzen am Tisch mit Anastasia Feddeler und machen konzentriert ihre Hausaufgaben. Auch Josua, der in die 1. Klasse geht und Moreno aus der Fünften, der zu Hause mit wenig Hilfe rechnen kann.

    Anastasia ist nur ein paar Jahre äIter als ihre Schüler und geht selbst noch auf die Schule. In der Elisabeth-von-Rantzau-Schule bereitet sie sich auf einen Beruf wohl im Sozialbereich vor. Sie ist eine von vielen Schülerinnen, die beim Projekt ,,Etui“ dabei sind. Stadtfeld, Fahrenheitgebiet, Ochtersum und eben die Münchewiese sind die Standorte.

    Das Projekt, hervorgegangen aus einer Weihnachtsaktion der Schule vor zwei Jahren, verbindet den Wunsch vieler Kinder nach Hausaufgabenhilfe mit dem der größeren Schülerinnen, Arbeit im Sozialbereich kennen zu lernen. Finanziert wird das Ganze von Spenden, vor allem der alljährlichen Weihnachtsaktion (diese Zeitung berichtete).

    Ganz unterschiedliche Kinder hat Anastasia schon kennen gelernt. Und sie hat ,,selbst nicht damit gerechnet, dass es so viel bringt.“ Moreno: ,,Ich bin viel besser geworden, vor allem in Mathe.“ Zufrieden ist auch Ako Kinik. Der Diplom-Sozialarbeiter betreut die Nachmittagsbetreuung in.der Münchewiese und berichtet: ,,Den Hausaufgabenraum haben wir selbst hergerichtet und ausgestattet.“

    ,,Offene Kinder- und Jugendarbeit“ gibt es im Mehrgenerationenhaus an der Steingrube. Betreuer Armin Blumenberg: ,,Wichtig ist für uns die Leseförderung“. Von den Schulen wird verlangt, dass die Kinder viel zu Hause üben. Aber man muss auch kontrollieren, ob die Kinder die Übungssätze auch richtig vorlesen. Ein idealer Job für die angehenden Abiturientinnen oder Erzieherinnen. Wie Jaqueline Fritsch, die heute eine Gruppe von vier Kindern hat. Seit den Herbstferien hat sie sich vorbereitet, jetzt ist der Ernstfall da. „Ich finde es toll hier“, sagt Merle. Ihr und Ihren Mitschülerinnen gefällt die Kombination von Schularbeiten und Spielen, „und das Essen schmeckt richtig gut“, sagt Philine.

    „Die Schülerinnen sind eine große Entlastung für uns“, meint Blumenberg. Das Angebot komme so gut an, dass es schon eine Warteliste gebe. 50 Kinder nehmen allein in diesem Haus an der Hausaufgabenhilfe teil, „vor den Zeugnissen werden es noch mehr.“

    Schulleiter Professor Alois-Ernst Ehbrecht von der Elisabeth-von-Rantzau-Schule steht hinter dem Projekt seiner Mitschülerinnen. „Sie können hier andere und sich selbst kennen lernen“, sagt er und fügt hinzu: „Auch unsere Schülerinnen werden durch Etui selbstbewusster – und auch erwachsener.“

    Quell: Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 29. Januar 2009

    In: Pressespiegel